Kiefergelenk und Kaumuskulatur
CMD-Behandlung in Krefeld
CMD bedeutet, dass Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskeln nicht sauber zusammenarbeiten. Dann knackt das Gelenk, der Mund öffnet sich schwer, oder die Zähne fühlen sich morgens stumpf an. In Krefeld untersuchen wir zuerst Biss, Muskulatur und Gelenk. Ist eine Schiene sinnvoll, fertigen wir sie an. Gleichzeitig arbeiten wir mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusammen, die auf Kiefergelenk und Halswirbelsäule spezialisiert sind. In schweren Fällen überweisen wir an eine Fachkollegin oder einen Fachkollegen. Botox setzen wir nur in ausgewählten Fällen ein.
Anzeichen
Nicht jedes Knacken muss behandelt werden. Anlass für eine Behandlung sind Schmerzen, eine merklich kleinere Mundöffnung, Druck in den Wangen, abgekaute Zähne oder ein nächtliches Pressen, das Angehörige bemerken.
Untersuchung
Wir tasten Muskeln und Gelenke, prüfen die Mundöffnung und sehen uns die Zahnkontakte an. Ein Röntgenbild oder ein DVT fertigen wir nur an, wenn der Tastbefund das erfordert. Eine Schiene auf Verdacht gibt es nicht.
Was wir zuerst tun
Häufig fertigen wir eine Aufbissschiene für die Nacht. Dazu gehören ein paar klare Regeln: die Zähne tagsüber nicht aufeinanderlegen, weniger Kaugummi kauen und nichts Hartes mit den Frontzähnen knacken. Die Muskulatur erreicht eine Schiene allein nicht. Deshalb überweisen wir gezielt in die Physiotherapie – an Praxen, die CMD und die Halswirbelsäule regelmäßig behandeln. Befunde und Termine stimmen wir ab, damit Schiene und Übungen nicht gegeneinanderlaufen.
Reichen Schiene und Physiotherapie nicht aus oder ist der Befund von Anfang an schwer, überweisen wir weiter. Das kann eine spezialisierte CMD-Sprechstunde, eine Schmerzambulanz oder ein anderes Fachgebiet sein. Den zahnmedizinischen Teil behalten wir. Wir ziehen eine Behandlung aber nicht auf eigene Faust in die Länge.
Botox – nur in ausgewählten Fällen
Botulinumtoxin, bekannt als Botox, kann die Kaumuskulatur für einige Monate schwächen. Für genau dieses Beschwerdebild ist das Mittel in der Regel nicht zugelassen. Wenn wir es trotzdem einsetzen, handelt es sich um einen Off-Label-Use: ein zugelassenes Medikament außerhalb der offiziellen Indikation. Das kommt nur nach ausführlicher Aufklärung und schriftlichem Einverständnis infrage – und erst, wenn Schiene und Physiotherapie nicht weit genug geführt haben.
Die Wirkung lässt nach einigen Monaten nach. Eine Spritze ersetzt weder die Schiene noch die Abklärung anderer Ursachen. Wir versprechen damit keine Beschwerdefreiheit.
Häufige Fragen
Fragen & Antworten
Was sind typische Anzeichen einer CMD?
Knacken oder Reiben im Gelenk, Druck in den Wangen, ein morgendlich müder Kiefer, eine kleinere Mundöffnung oder Ohrdruck ohne Befund beim HNO-Arzt.
Wie lange dauert die Eingewöhnung an eine Aufbissschiene?
In den ersten Nächten fühlt sich die Schiene fremd an. Die meisten Patientinnen und Patienten kommen innerhalb von ein bis zwei Wochen zurecht. Drückt sie dauerhaft oder löst sie neue Schmerzen aus, stellen wir sie nach.
Wird eine CMD-Behandlung von der Krankenkasse übernommen?
Eine medizinisch begründete Schiene kann Kassenleistung sein. Das hängt vom Befund ab. Botox als Off-Label-Leistung zahlen gesetzliche Krankenkassen in der Regel nicht.
Arbeiten Sie mit Physiotherapie zusammen?
Ja. Wir überweisen an Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Schwerpunkt Kiefergelenk und Halswirbelsäule.
Was passiert in schweren Fällen?
Dann überweisen wir an eine Spezialistin oder einen Spezialisten. Die zahnärztliche Betreuung in unserer Praxis bleibt bestehen.
Was bedeutet Off-Label bei Botox?
Das Medikament ist zugelassen, aber nicht für genau dieses Beschwerdebild. Wir dürfen es trotzdem einsetzen, wenn wir Sie vorher über Nutzen, Grenzen und den fehlenden Zulassungsschutz informieren. Ohne dieses Gespräch setzen wir Botox nicht ein.
Hilft eine Schiene immer?
Nein. Sie entlastet Zähne und Muskulatur häufig. Reicht das nicht, folgt Physiotherapie oder eine Überweisung – nicht automatisch Botox.
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